KI ist zu dem großen Thema unserer Zeit geworden. Allgegenwärtig. Groß. Nicht zu übersehen.
Ich nutze KI täglich. Sie ist eine Bereicherung für meine Solo-Selbstständigkeit und meine Tätigkeit als Apple Developer und Autor geworden. Dank Codex programmiere ich so schnell und effizient wie noch nie Apps. Ich finde viel schneller Lösungen und Ansätze für Probleme, teste verschiedene Prototypen und lasse Standard-Funktionen umsetzen. Ich nutze ChatGPT für Planung und Brainstorming. Manchmal wirkt es wie ein Kollege, mit dem ich Ideen ordnen kann, der mir ansonsten in meiner Solo-Selbstständigkeit fehlt. Ich optimiere Texte (die ich zuvor selbst geschrieben habe) und feile an meinen Fähigkeiten.
Es ist faszinierend. Und gleichwohl wirkt die gesamte Debatte auf mich, als ginge es nur noch darum, die Unfehlbarkeit und zukünftige Dominanz von KI in so gut wie allen Lebensbereichen als gesetzt anzuerkennen. Als wäre es notwendig, dass KI sich ungehindert frei in alle Bereiche unseres Lebens ausbreitet. Als wäre allein das echter Fortschritt.
Die ganze KI-Debatte übersieht für mich einen zentralen Punkt: Nicht jede Lösung, die uns KI offeriert, hat überhaupt ein Problem.
KI liest meine E-Mails und antwortet selbstständig darauf? Was ist mit der eigenen Verantwortung und Individualität? Mit Vertrauen? Schlicht mit authentischer Beziehungspflege? Selbiges gilt für von KI geführten Anrufen im eigenen Namen. Und natürlich schreibt KI Posts, Artikel oder gar Bücher; jener Bereich, der erst durch persönlichen Ausdruck und die eigene Sicht auf die Welt lebendig wird. Stattdessen liest man generische KI-Posts, die man meist bereits nach den ersten Wörtern zweifelsfrei identifizieren kann. Und freut sich über Experten-Tipps, die erklären, wie genau jene KI-Texte so erstellt werden können, ohne wie KI-Texte zu klingen. Der Widerspruch daran scheint kaum noch jemandem aufzufallen.
Es ist doch so: KI hilft. KI unterstützt. KI macht vieles bequemer, schneller, einfacher. Und doch ist es der Mensch, der es wie jedes andere Tool sinnvoll oder eben nicht sinnvoll nutzt, um effizient und produktiv zu sein.
Nicht jede Technologie und Entwicklung ist echter Fortschritt. Nicht jede theoretische Effizienzsteigerung verbessert am Ende das Ergebnis. Und alles optimieren zu wollen schafft nicht per se brauchbare Lösungen.
Vielleicht ist es an der Zeit, bei dem ständigen Thema KI auf die Bremse zu treten und sich zu fragen, warum man so zwanghaft nach Problemen für technische Lösungen suchen sollte?
Feiern und nutzen wir doch KI für das, was es ist und für das, was es für jeden persönlich leisten kann. Vielleicht besteht darin der eigentliche Fortschritt: Nicht nach allen Bereichen zu suchen, in denen KI etwas übernehmen kann. Sondern bewusst jene Akzente zu setzen, in denen wir voller Stolz gewisse Aspekte unseres Lebens auch für uns behalten.